Alfred Grundstein

geboren 27.4.1900 in Ebingen (Württemberg)
gestorben 26.2.1945 in Torgau an der Elbe (Sachsen)

Alfred Grundstein, ehemaliges Mitglied der KPD, zog im Februar 1938 nach Innsbruck, wo er im Dezember 1939 Maria Schafferer heiratete. 1940 wurde er in die NSDAP aufgenommen und im selben Jahr zur Wehrmacht in Innsbruck einberufen. Dort schmiedete er gemeinsam mit dem Kommunisten Josef Ronczay Umsturzpläne. Darüber hinaus besorgte Grundstein, der auch praktizierender Christ war, Waren und Munition und versuchte, Arbeitskollegen für den Widerstand anzuwerben. Im Oktober 1944 wurde er aufgrund der Denunziation eines Spitzels verhaftet und im Februar 1945 ins Wehrmachtsgefängnis in der Zietenkaserne in Torgau überstellt. Für das Reichskriegsgericht ließen seine Aktivitäten «deutlich erkennen, dass eine kommunistische Organisation aufgezogen werden sollte mit dem Ziel, die Verfassung des Reichs mit Waffengewalt zu ändern. (...) Ihm war daher auch klar, dass jede Betätigung für den Kommunismus für Russland einen Vorteil und damit eine Unterstützung feindlicher Kriegsführung bedeutet. (...). Er ist Soldat im Felde (...) und muss daher (...) wegen Kriegsverrats mit der allein angedrohten Todesstrafe bestraft werden.» In seinem Abschiedsbrief schrieb Alfred Grundstein: «Heute den 26.2.45 um 4 Nachmittags bin ich nicht mehr am Leben».

Alfred Grundstein

Militärarchiv Prag, Bestand Reichskriegsgericht. Feldurteil des Reichskriegsgerichts in der Strafsache gegen den Obergefreiten Alfred Grundstein wegen Kriegsverrats u.a. vom 12.2.1945.
Schreiber, Alfred Grundstein, S. 88-98.

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Abgerufen am: 16.05.2021