Anton Rettenbacher

geboren am 18.2.1922 in Sautens
gestorben am 3.5.1945 in Sautens

Anton Rettenbacher war als Kraftwagenfahrer im Betrieb seines Bruders Hans tätig. Gemeinsam mit zwei weiteren Brüdern, Hermann und Georg, schloss sich Anton Rettenbacher der Ötztaler Widerstandsbewegung an. Am 24. Oktober 1944 flüchteten die drei Brüder vor der Gestapo, die Hermann Rettenbacher verhaften wollte. Bis zum 2. Mai 1945 hielten sie sich in der Gegend des Piburger Sees versteckt. Nachdem sie am Abend des 2. Mai von der Kapitulation der Südarmee gehört hatten, machten sie sich zusammen mit zwei Deserteuren auf den Weg nach Piburg und weiter nach Sautens. Dort begab sich ein Teil der Gruppe noch in der Nacht in das Haus, in dem der Bürgermeister und der Ortsgruppenleiter mit ihren Familien lebten, um ihnen «ordentlich die Meinung zu sagen» und die Schlüssel zur Gemeindekanzlei sicherzustellen. Während sie im Hausgang mit der Frau des Ortsgruppenleiters sprachen, wurde plötzlich aus dem ersten Stock hinuntergeschossen. Eine Kugel traf Anton Rettenbacher tödlich. Der Täter, Emil Parth, wurde beim anschließenden kurzen Feuergefecht selbst schwer verletzt und starb nach einigen Wochen.

Tiroler Landesarchiv, Landesgericht Innsbruck, 10 Vr 369/45.
Hormayr, «Die Zukunft wird unser Sterben einmal anders beleuchten», S. 225f.
Widerstand und Verfolgung 2, S. 554-560.
Tiroler Landesarchiv, Opferfürsorgeakt Agnes Rettenbacher.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Anton+Rettenbacher/84
Abgerufen am: 14.12.2018