Anton Stock

geboren 8.9.1901 in Schwaz
gestorben 5.4.1944 in Vigaun bei Krainburg (Slowenien)

Anton Stock, Oberwachtmeister der Gendarmerie der Reserve und bis 1938 Mitglied der Heimatwehr, hatte als Mitglied eines Gendarmeriewachzuges die Aufgabe, Kriegsgefangene und Zivilpersonen (vorwiegend PartisanInnen) des Durchgangsstraflagers in Vigaun zu bewachen. Mit zwei weiteren Gendarmen gewährte er den Gefangenen Erleichterungen wie zusätzliches Essen oder Zigaretten, auch Briefe wurden aus dem Lager geschmuggelt. Um Weihnachten 1943 übernahm Stock den Brief einer inhaftierten Jugoslawin und übergab ihn einem deutschen Polizeireservisten, der den Brief jedoch nicht bei der Post, sondern bei der Gestapo abgab. Zu Jahresbeginn 1944 erfolgte die Verhaftung der drei Gendarmen. Einige Monate später wurden die Beschuldigten zum Prozess vor dem SS- und Polizeigericht XXIII nach Laibach überstellt und zu hohen Kerkerstrafen verurteilt. SS-Gruppenführer und General der Waffen-SS und der Polizei Erwin Rösener, der ein Exempel statuieren wollte, erwirkte beim Reichsführer-SS Heinrich Himmler die Anberaumung eines neuerlichen Prozesses im Lager Vigaun. Am 3. April 1944 verhängte das Gericht wegen Kriegsverrates das Todesurteil über Stock und über einen seiner Kameraden. Am 5. April 1944 wurde Anton Stock von Mitgliedern seines eigenen Wachzuges erschossen. Gendarmeriekompanien, Polizei- und Gestapoeinheiten wurden zusammengezogen, um der Hinrichtung beizuwohnen.

Anton Stock

Hormayr, «Die Zukunft wird unser Sterben einmal anders beleuchten», S. 178-182.
Tiroler Landesarchiv, Opferfürsorgeakt Marianne Stock.
Zeugen des Widerstandes, S. 97-99.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Anton+Stock/102
Abgerufen am: 27.02.2020