Cäcilia Autsch

geboren 26.3.1900 in Röllecken/Sauerland
gestorben 23.12.1944 im KZ Auschwitz

Maria Autsch stammte aus einer kinderreichen Familie und wuchs am Land unter bescheidenen Verhältnissen auf, die den Besuch einer weiterführenden Schule nicht gestatteten. Nach Abschluss der Grundschule absolvierte sie eine kaufmännische Lehre. Was sie dazu bewog, sich mit 33 Jahren um die Aufnahme in den Orden der Trinitarierinnen in Mötz im Tiroler Oberland zu bewerben, ist unbekannt. Sie nahm den Namen «Schwester Angela vom Heiligsten Herzen Jesu» an und legte im September 1938 die ewigen Gelübde ab. Als Vertreterin der erkrankten Oberin trat sie vehement gegen die drohende Aufhebung des Klosters durch die Nationalsozialisten auf. Sie argumentierte damit, dass sich das Mutterhaus des Ordens in Valencia befände, das Kloster somit spanischer Besitz wäre. Schließlich ersuchte sie den spanischen Konsul in Wien um Hilfe. Von der Enteignung des Klosters wurde schließlich abgesehen, doch ihre Aktivitäten gingen über eine von der Gauleitung tolerierte passive Resistenz der katholischen Kirche weit hinaus: Am 12. August 1940 verhaftete die Gestapo Sr. Angela und überstellte sie wenige Wochen später in das KZ Ravensbrück. Dort arbeitete sie im Krankenbau. Ihre außerordentliche Hilfsbereitschaft und Aufopferung für die Mitgefangenen bezeugte nicht zuletzt die Sozialistin Rosa Jochmann. Am 25. März 1942 wurde Sr. Angela mit einem Transport von annähernd tausend Frauen nach Auschwitz verlegt. Auch hier war sie im Krankenbau und später im SS-Lazarett tätig. Selbstlos brachte sie sich in Gefahr, um das Leben kranker Häftlinge zu retten. Die Umstände des Todes von Maria Autsch im Dezember 1944 bleiben ungeklärt.

Cäcilia Autsch

Fux (Hrsg.), Schwester Angela Maria vom Heiligsten Herzen Jesu.
Spieker, Schwester Angela Maria Autsch (1900-1944), S. 202-225.
Stöger, «Aus Liebe leiden mit dem Herrn». Sr. Angela Autsch, der Engel von Auschwitz, S. 84-98.

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Abgerufen am: 14.12.2018