Erich Ranacher

geboren 18.2.1923 in Lienz
gestorben 23.12.1944 in Graz

Erich Ranacher, Buchdruckermaschinenmeister in Lienz, wurde am 10. September 1943 zum Gebirgsjäger-Ersatzregiment 139 eingezogen. Nach einem Einsatz im Kaukasus, wo seine Einheit aufgerieben wurde, desertierte er und schloss sich für kurze Zeit slowenischen Partisanenverbänden an. Ab Sommer 1944 beteiligte er sich an einer Partisanengruppe im Raum Villach, die sich aus Deserteuren, Wehrdienstverweigerern und ZwangsarbeiterInnen gebildet hatte. Ziel der Gruppe war es, das lokale NS-System durch Sabotageakte zu bekämpfen. Es kam zu mehreren Schießereien mit den nationalsozialistischen Verfolgern. Ein Landwachtmann wurde dabei erschossen und Ranacher verletzt. Er konnte bei Maria Peskoller, einer Initiatorin und Unterstützerin der Gruppe, untertauchen. Die Widerstandsgruppe flog im November 1944 auf, nahezu alle Mitglieder wurden verhaftet. Der Prozess fand am 18. und 19. Dezember im Landesgericht Klagenfurt statt und wurde vom Volksgerichtshof unter der Leitung des berüchtigten Dr. Roland Freisler geführt. Acht Angeklagte wurden zum Tode verurteilt und Erich Ranacher am 23. Dezember 1944 in Graz hingerichtet.

Zeugen des Widerstandes, S. 76.
Kofler, Osttirol, S. 175.
Online-Datenbank. De Gruyter. Anklage 11J 418/44.
Rettl, Weiblicher Widerstand, S. 117-125.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Erich+Ranacher/80
Abgerufen am: 01.12.2021