Ferdinand Thaler

geboren 25.4.1889 in Innsbruck
gestorben 18.2.1940 im KZ Mauthausen

Ferdinand Thaler war in Volders als ausgesprochener Gegner des Nationalsozialismus bekannt. Wiederholt kritisierte er lautstark das Regime und einzelne Funktionäre des Dorfes. Vom 28. Juni bis 11. August 1938 befand sich Thaler wegen politischer Äußerungen und der Verbreitung beunruhigender Gerüchte im Landesgericht Innsbruck und im Bezirksgericht Hall in Haft. Anlässlich einer Elternversammlung am 26. Februar 1939 in der Volksschule Volders brachte Thaler mit anderen DorfbewohnerInnen seinen Protest gegen antikirchliche Maßnahmen im Schulbereich zum Ausdruck. Darafhin wurde er als Rädelsführer noch im Saal verhaftet und wegen regierungsfeindlichen Verhaltens bis 27. März 1939 im Bezirksgericht in Hall festgehalten. Kurze Zeit später äußerte sich Ferdinand Thaler negativ gegen einen in Großvolderberg ansässigen Parteibonzen, der hauptamtlich in der Gauleitung beschäftigt war und stets in Parteiuniform auftrat. Als dessen Hof in Flammen stand, wurde Thaler der Brandstiftung verdächtigt. Rund eine Woche lang saß er wieder in Innsbruck ein und wurde dann vorübergehend entlassen, da ihm nichts nachgewiesen werden konnte. Am 8. Mai 1939 erhielt der Gendarmerieposten Volders Befehl, ihn der Gestapo vorzuführen. Noch am selben Tag wurde Thaler von einem Gendarmen ins KZ Dachau eingeliefert. Am 27. September 1939 erfolgte seine Überstellung ins KZ Mauthausen. Dort kam er am 18. Februar 1940 ums Leben. Als Todesursache wurden «Lungenentzündung, Herz- und Kreislaufschwäche» angegeben.

Ferdinand Thaler

Tiroler Landesarchiv, Opferfürsorgeakt Anna Thaler.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Ferdinand+Thaler/107
Abgerufen am: 16.05.2021