Franz Stolzlechner

geboren 11.10.1923 in St. Peter im Ahrntal (Südtirol)
gestorben 8.7.1944 in Wien-Kagran

Franz Stolzlechner lebte seit 1937 im Osttiroler Dorf Schlaiten. Er wurde 1941/42 zur Wehrmacht eingezogen. Im Winter 1942 war er zuletzt in Stalingrad im Einsatz und wurde schwer verwundet. Nach einem Lazarettaufenthalt in Hannover war er im Juni 1943 auf Heimaturlaub. Aufgrund der schrecklichen Erfahrungen beim Kriegseinsatz, in dem er unter anderem die Erschießungen unschuldiger Menschen miterlebte, kehrte er nicht mehr zu seiner Einheit zurück. Zusammen mit den Brüdern David und Alois Holzer hielt er sich im Wald von Schlaiten in einer selbst erbauten Höhle versteckt. Am 10. Jänner 1944 wurde er von der örtlichen Gendarmerie angeschossen und verhaftet, als er aus dem elterlichen Haus Nahrungsmittel beschaffen wollte. Sein Vater tauchte bis Kriegsende unter, um dem Zugriff der Gestapo zu entgehen, die restliche Familie wurde vom Hof vertrieben. Franz Stolzlechner wurde Ende Februar in das Wehrmachtuntersuchungsgefängnis in Wien-Favoriten überstellt und am 4. März 1944 von einem Militärgericht zum Tode wegen Desertion und Mordversuch an einem Gendarmen verurteilt. Das Todesurteil wurde am 9. Juli 1944 in Wien-Kagran vollstreckt.

Franz Stolzlechner

Zeugen des Widerstandes, S. 94.
Kofler, Osttirol, S. 214f.
Pirker, «...Wir gehen gemeinsam in den Untergrund», S. 126-137.
http://www.aegide.at/files/files/Pirker_David%20Holzer.pdf

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Franz+Stolzlechner/104
Abgerufen am: 27.02.2020