Hubert Hell

geboren 10.2.1915 in Längenfeld
gestorben 23.9.1943 in Serfaus

Der Vater von Hubert Hell, ein bekannter Gegner des Nationalsozialismus, musste als Bürgermeister von Längenfeld nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten sofort zurücktreten und verbrachte mehrere Monate in Gestapohaft. Hubert Hell diente als Soldat an der Ostfront, bis er bei einem Heimaturlaub im September 1943 desertierte und zur Schweizer Grenze aufbrach. Ein Bauer in Fiss gewährte ihm Unterkunft, verständigte aber den Leiter der Landwacht, der die Gendarmerie in Serfaus informierte. Noch am gleichen Abend erschienen zwei Gendarmen und verhafteten Hell. Auf dem Weg nach Serfaus wurde Hubert Hell erschossen, angeblich als er zu fliehen versuchte. Nach dem Krieg verantworteten sich die beiden Beamten mit der Furcht vor eigener Bestrafung für den Fall, dass Hell entkommen wäre. Das Verfahren gegen sie wurde 1950 eingestellt. Frieda Hell, die Schwester des Opfers, blieb mehrere Wochen lang wegen des Verdachts der Beteiligung an der Fahnenflucht ihres Bruders bei der Gestapo Innsbruck in Haft.

Dorfchronik Längenfeld.
Tiroler Landesarchiv, Landesgericht Innsbruck, 10 Vr 4162/47.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Hubert+Hell/41
Abgerufen am: 30.05.2020