Jakob Gapp

geboren 26.7.1897 in Wattens
gestorben 13.8.1943 in Berlin-Plötzensee

Jakob Gapp trat 1920 in den oberösterreichischen Orden der Marianisten ein. Vor allem als Religionsprofessor bekämpfte er schon früh die Lehren des Nationalsozialismus, den er als Todfeind der katholischen Kirche betrachtete. Bereits im März 1938 geriet er erstmals mit dem NS-Regime in Konflikt, da er im Privatrealgymnasium des Marieninstituts in Graz die Ableistung des Hitler-Grußes verweigerte und kein Hakenkreuzabzeichen trug. Die Ordensleitung empfand die oppositionelle NS-Haltung Gapps als Gefahr für den Orden, der sich um ein Auskommen mit den neuen Machthabern bemühte. Gapp kehrte aus diesem Grund im September 1938 als Kooperator und Katechet nach Breitenwang in Tirol zurück. In Reutte erteilte er in der Volks- und Hauptschule den Religionsunterricht. Nachdem er dort das Gebot der Nächstenliebe ohne Rücksicht auf Nationalität und Religion propagierte und sich laut späterer Anklageschrift als «Judenfreund und Gegner des Führers» zu erkennen gegeben hatte, erhielt er ein allgemeines Unterrichtsverbot. Im Dezember 1938 verurteilte er in einer Predigt in der Pfarrkirche Wattens das nationalsozialistische Weltbild scharf und musste daraufhin in Tirol verlassen. Nach einem kurzen Aufenthalt in einer Niederlassung seines Ordens in Bordeaux oh er im Mai 1939 nach Spanien. Auch dort predigte er gegen den Nationalsozialismus und verteilte Broschüren mit englischen Rundfunknachrichten über die Kriegsereignisse. Getarnte deutsche Agenten entführten Gapp schließlich in das von der Wehrmacht besetzte Frankreich, wo er am 9. November 1942 von der Gestapo verhaftet und nach Berlin gebracht wurde. Roland Freisler, der Präsident des Volksgerichtshofes, leitete den späteren Prozess. «Wer so die Stimme des Blutes in sich verrät, wer alles daran setzt, (...) Deutschlands Feinden zu helfen», müsse mit dem Tode bestraft werden, hieß es in der Urteilsbegründung. Am 23. August 1943 wurde Jakob Gapp in der Haftanstalt Berlin-Plötzensee hingerichtet. Im November 1996 erfolgte die Seligsprechung Gapps.

Beitrag Freies Radio zu Jakob Gapp

Jakob Gapp

Zeugen des Widerstandes, S. 29 .
Kunzenmann, P. Jakob Gapp SM.
Schreiber, Nationalsozialismus und Faschismus in Tirol und Südtirol, S. 311f.
Widerstand und Verfolgung in Tirol 2, S. 242.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Jakob+Gapp/33
Abgerufen am: 17.01.2021