Johann Mentil

geboren 7.8.1899 in Obervellach (Kärnten)
gestorben 24.5.1945 im KZ Dachau

Johann Mentil lebte in Lienz bzw. Debant und arbeitete als Hilfsarbeiter beim Bau der Iselsbergstraße. Im Oktober 1939 wurde ihm zusammen mit weiteren zehn Arbeitern in Innsbruck der Prozess gemacht. Den Angeklagten wurde Vorbereitung zum Hochverrat vorgeworfen, weil sie gemeinsam «deutschfeindliche» Sender, so auch Radio Moskau, gehört hatten. Die Arbeiter wiesen zum Teil ein Nahverhältnis zum Kommunismus auf oder waren bis Februar 1934 sozialdemokratisch organisiert gewesen. Mentil wurde zu zwei Jahren und sechs Monaten Zuchthaus verurteilt. Als die NS-Behörden im August 1941 in Lienz eine kommunistische Widerstandsbewegung aufdeckten, wurde auch Mentil erneut verhaftet. Er wurde am 10. Oktober 1941 ins Konzentrationslager Dachau eingeliefert. Dort erlebte Johann Mentil zwar noch die Befreiung durch die US-amerikanischen Truppen, verstarb aber am 24. Mai 1945 in Dachau an Typhus.

Zeugen des Widerstandes, S. 62f.
Kofler, Osttirol, S. 173f und 176.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Johann+Mentil/62
Abgerufen am: 01.12.2021