Johann Steinmayr

geboren 25.9.1890 in St. Magdalena in Gsies (Südtirol)
gestorben 18.9.1944 in Berlin-Brandenburg

Johann Steinmayr trat 1911 in den Jesuitenorden ein und wurde 1919 zum Priester geweiht. Nach beruflich bedingtem Aufenthalt in Wien und Linz kehrte er im Sommer 1937 nach Innsbruck zurück. Nach der NS-Machtübernahme betraute ihn Bischof Paulus Rusch mit der bedeutenden Aufgabe der Familien- und Männerseelsorge. Steinmayr reiste in dieser Funktion von Pfarre zu Pfarre, hielt dort Predigten, Vorträge und Glaubensschulungen ab und wurde aus diesem Grund von der Gestapo besonders überwacht. Nach wiederholten Verhören saß er Mitte April 1940 eine Woche lang in Haft. Da Steinmayr durch seine klug formulierten Vorträge der Gestapo keinen Anlass zum wirksamen Einschreiten lieferte, setzte sie einen Spitzel auf ihn an. Der getarnte Gestapo-Mann gab sich als Konvertit aus und befragte Steinmayr bei seinen Besuchen zu politisch brisanten Themen. Im Oktober 1943 wurde er schließlich verhaftet. Einen Monat später brachte man Johann Steinmayr nach Berlin, wo er wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt wurde. Das Urteil wurde am 18. September 1944 in Berlin-Brandenburg vollstreckt.

Johann Steinmayr

Batlogg, P. Johann Steinmayr SJ, S. 121-132.
Zeugen des Widerstandes, S. 95 .
Widerstand und Verfolgung in Tirol 2, S. 299f, 347 und 615.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Johann+Steinmayr/101
Abgerufen am: 26.02.2020