Josef Schmiderer

geboren 23.2.1878 in Rinn
gestorben 15.2.1945 in Münster bei Dieburg (Hessen)

Josef Schmiderer, gelernter Zimmermann, versah mit seiner Frau Maria den Mesnerdienst in Maria Brettfall über Strass am Eingang des Zillertales. Mehrere Wochen hindurch unterstützten sie einen Deserteur und wurden deswegen vom Sondergericht Innsbruck am 16. April 1943 zu je drei Jahren Zuchthaus verurteilt. Maria Schmiderer, die bereits zwei Monate in Haft war, musste ihre Strafe sofort antreten und erhielt im Oktober 1944 eine Strafunterbrechung bis zur Rückkehr ihres Mannes. Dieser hatte aus Existenzgründen einen Strafaufschub bis zum 17. Juni 1944 erhalten.

Josef Schmiderer musste seine Haft im Gefangenenlager Rodgau in Hessen verbüßen. Die nationalsozialistische Justizverwaltung hatte mehrere solche Straflager errichtet, die wegen der schlechten Haftbedingungen und der anstrengenden Arbeit häufig mit Konzentrationslagern verglichen oder gleichgesetzt wurden. Der 66-jährige Josef Schmiderer überlebte diese Haft nicht; er starb nach sieben Monaten am 15. Februar 1945.

Josef Schmiderer

Tiroler Landesarchiv, Sondergericht Innsbruck, KLs 54/1943.
Tiroler Landesarchiv, Opferfürsorgeakt Maria Schmiderer.
Hormayr, «Die Zukunft wird unser Sterben einmal anders beleuchten», S. 194-198.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Josef+Schmiderer/90
Abgerufen am: 26.02.2020