Josef Zendron

geboren 7.1.1910 in Räfis (Buchs, Schweiz)
gestorben 1.4.1945 in Wien

Josef Zendron wuchs in Wattens auf. Er war gelernter Werkzeugmachermeister und in den 1930er Jahren in der Papierfabrik von Wattens beschäftigt, später auch an anderen Orten in Tirol und Bayern. Kurz nach seiner Heirat im Herbst 1943 erhielt Zendron seine Einberufung zur Ausbildung in der Gebirgs-Nebelwerferbatterie 6 in Vellach, Oberkrain. Als ein Teil der Einheit im September 1944 nach Celle/Niedersachsen verlegt werden sollte, entschloss er sich zur Desertion, die er bereits seit längerer Zeit mit seiner Frau Emma verabredet hatte. Die Flucht gelang bei einem Aufenthalt des Transports nach Celle in Schwarzach-St. Veit, von wo Zendron sich zu Fuß nach Wörgl zum vereinbarten Treffpunkt durchschlug. Von Innsbruck aus ging es Richtung Schweizer Grenze. Am 29. September 1944 wurde das Ehepaar in der Nähe von Pfunds verhaftet. Josef Zendron wurde dem Divisionsgericht nach Klagenfurt überstellt und am 8. November 1944 zum Tod verurteilt. Im März 1945 befand er sich im KZ Buchenwald, wenig später im Lager Leitmeritz (Litoměřice) in Tschechien, einem Außenlager des KZ Flossenbürg, das gegen Kriegsende Ziel zahlreicher Evakuierungs- und Todesmärsche war. Am 1. April 1945 vermerkte das Standesamt Wien Innere Stadt seinen Tod. Die genauen Umstände sind ungeklärt.

Internationaler Suchdienst Bad Arolsen.
Tiroler Landesarchiv, Sondergericht Innsbruck, KLs 115/44.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Josef+Zendron/125
Abgerufen am: 16.05.2021