Karl Mayr

geboren 11.3.1884 in Innsbruck
gestorben 27.3.1940 im KZ Sachsenhausen

Karl Mayr, Vater des ums Leben gekommenen Widerstandskämpfers Hubert Mayr, war ein gläubiger Mann, der seine sieben Kinder nach den Grundsätzen des Christentums erzog. Mit einem HJ-Führer seiner Heimatgemeinde Baumkirchen geriet er in eine Auseinandersetzung, weil er sich weigerte, seine Kinder der HJ beitreten zu lassen. Am 11. Oktober 1939 stellte der Innsbrucker Kreisleiter Max Primbs Mayr in Anwesenheit des Ortsgruppenleiters von Rinn und eines Gendarmeriebeamten im Gasthaus Windegg bei Tulfes zur Rede. Nachdem Mayr weiterhin darauf beharrte, seine Kinder religiös zu erziehen und sich dagegen verwehrte, dass sie, wie der Kreisleiter betonte, Hitler-Kinder wären, ließ Primbs ihn festnehmen. Mayr kam zur Verfügung der Gestapo ins Polizeigefängnis nach Innsbruck. Aus seiner Haft heraus schrieb er seiner Frau, dass die Familie am Glauben festhalten möge und dass sie die Kinder zur Pfarrjugend gehen lassen solle. Am 17. November 1939 wurde er ins KZ Sachsenhausen überstellt. Dort verstarb Karl Mayr am 27. März 1940. Die offizielle Todesursache lautete «Beinschwellung und Herzschwäche».

Karl Mayr

Tiroler Landesarchiv, Opferfürsorgeakt Regina Mayr.
Hormayr, «Die Zukunft wird unser Sterben einmal anders beleuchten», S. 201-204.
Widerstand und Verfolgung in Tirol 2, S. 193f, 259, 276f und 617.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Karl+Mayr/60
Abgerufen am: 01.12.2021