Otto Thies

geboren 29.11.1902 in Häring
gestorben 21.8.1943 in Innsbruck

Otto Thies trat 1921 in die SPÖ ein und beteiligte sich anlässlich der Februarkämpfe 1934 am Streik der Bergarbeiter. Dafür wurde er zu einer zweimonatigen Haft verurteilt. Während des Austrofaschismus betätigte sich ies illegal für die Revolutionären Sozialisten. Ab 1937 war er Mitglied der antinationalsozialistischen Widerstandsgruppe «Neu Beginnen». 1938 trat er in die SA ein, ein Jahr später bewarb er sich um die Mitgliedschaft in der NSDAP, stand aber weiterhin in Verbindung mit «Neu Beginnen» um das Ehepaar Brunner und mit seinem Freund Balthasar Höck, dem Stützpunktleiter in Häring. Vom 18. November bis 5. Dezember 1942 saß Thies in Schutzhaft. Nach seiner abermaligen Verhaftung wurde er am 28. Mai 1943 wegen «Aufrichtung einer Organisation mit hochverräterischen Bestrebungen im Sinne der illegalen Sozialdemokratischen Partei» zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Der Volksgerichtshof legte Thies hauptsächlich zur Last, dass er trotz der Kenntnis des Bestehens einer hochverräterischen Organisation keine Anzeige erstattet hatte. Bei der Häftlingsarbeit zog er sich eine Blutvergiftung an der Hand zu. Seine Einlieferung in die Innsbrucker Klinik am 11. August 1943 kam viel zu spät. Dort verstarb Otto Thies am 21. August 1943.

Online-Datenbank. De Gruyter. Anklage 7J 421/42g und Urteil 6H 63/43 -- 7J 421/42g.
Tiroler Landesarchiv, Opferfürsorgeakt Josefa Thies.
Hormayr, «Ich sterbe stolz und aufrecht», S. 78 und 119-122.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Otto+Thies/108
Abgerufen am: 01.12.2021