Richard Stöllnberger

geboren 22.2.1900 in Königswiesen/Oberösterreich
gestorben 11.10.1943 in Innsbruck

Richard Stöllnberger wuchs in seinem Geburtsort Königswiesen auf. Er arbeitete nach Abschluss der Volksschule als Kürschnergehilfe und war dann an verschiedenen Arbeitsplätzen tätig. Seit wann Stöllnberger in Wattens in Tirol lebte, ist unbekannt. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung am 16. Februar 1943 war Stöllnberger bei den Jenbacher Berg- und Hüttenwerken als Schlosser beschäftigt. Die Anklage legte ihm zur Last, mit den beiden Mitangeklagten und Arbeitskollegen Alois Infed und Johann Mitternöckler kommunistischen Hochverrat vorbereitet zu haben, indem sie wiederholt die von Feindsendern abgehörten Nachrichten erörterten. Gemeinsam mit Mitternöckler habe er Material für die Herstellung eines Schalldämpfers beschafft und zudem Infeld dazu gebracht, aus der NSDAP auszutreten. Weiters wurde ihm zur Last gelegt, mehrfach versucht zu haben, die Arbeitskollegen zu Treffen mit der kommunistischen Gruppe um Max Bär in Schwaz zu bewegen. Nach seiner Verhaftung wurde Stöllnberger von der Gestapo im Lager Reichenau in Innsbruck festgehalten und dort so schwer misshandelt, dass er im Mai 1943 mit massiven körperlichen und psychischen Beschwerden in die psychiatrische Abteilung der Innsbrucker Klinik eingeliefert werden musste. Am 11. Oktober, eine Woche nach Ausfertigung der Anklageschrift, beging Stöllnberger dort unter nicht näher geklärten Umständen Selbstmord.

Online-Datenbank. De Gruyter. Anklage 7 J 427/43 und Urteil 6H 187/43.
Tiroler Landesarchiv, Opferfürsorgeakt Anna Stöllnberger.

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/biografie/Richard+Sto%CC%88llnberger/103
Abgerufen am: 26.02.2020