Horst Schreiber

Landhaus und Landhausplatz (Eduard-Wallnöfer-Platz) in Innsbruck

Der Bau des Gauhauses (Neues Landhaus) mit einem Vorplatz in der NS-Zeit

Nach ihrer Machtübernahme in Tirol baute die NSDAP ein Gauhaus zur Unterbringung der NS-Regierung des Gaues Tirol-Vorarlberg (Reichsstatthalterei) und der Gauleitung. Ausschlaggebend dafür waren der Raummangel der überbordenden NS-Bürokratie und der vielen Parteidienststellen, von denen 21 in Privaträumen untergebracht waren. Das Gauhaus wurde 1938/39 nach den Plänen der in Innsbruck ansässigen Architekten Walter und Ewald GuthURSULA EGGER, Der Landhausplatz in Innsbruck, Diplomarbeit am Institut für Kunstgeschichte der Universität Innsbruck 1996, S. 122f. Friedrich Stepanek, der einiges zu den Recherchen beigetragen und Fotografien beigesteuert hat, sei dafür gedankt. erbaut, die den hierfür ausgeschriebenen Wettbewerb für sich entscheiden konnten.Innsbrucker Nachrichten (IN) v. 13.08.1938, 6. Da es sich bei dem Objekt um einen Anbau an die Rückseite des alten Landhauses (Taxis-Palais) in der Welsergasse handelte, wurde das Gebäude auch als „Landhauserweiterungsbau” bezeichnet. Ursprünglich war geplant, vor der Front des Gauhauses einen „größeren Platz” mit einem Ehrenmal für die vor 1938 im Kampf gegen Republik und „Ständestaat” umgekommenen Tiroler Nationalsozialisten zu schaffen. Dort, wo heute das Befreiungsdenkmal steht, war an die Errichtung von zwei hohen steinernen Opferpylonen gedacht.Ebd. 

 Die ursprünglich geplanten Opferpylonen

Im Jänner 1939 wurde angekündigt:

„Die Bauten, die sich zwischen dem Bismarckplatz [heute Casino und Haus der Industrie] und dem zukünftigen Erweiterungsbau des Landhauses einschieben, wurden zum Teil käuflich erworben und werden einem weiten Vorplatz Raum geben, der mit dem Bismarckplatz zu einer einzigen Fläche verwachsen wird.”IN v. 28.01.1939, 9.

Doch entgegen den hochtrabenden Plänen einer monumentalen Neugestaltung der Stadtmitte Innsbrucks, u.a. mit einer riesigen Gauhalle bzw. mit einem gewaltigen „Aufmarschplatz für Kundgebungen und politische Feiern” zwischen Gauhaus und dem zu errichtenden „Haus der Bergsteiger” auf dem damaligen BismarckplatzSABINE PITSCHEIDER, Die „Neugestaltung” Innsbrucks nach dem „Endsieg”, in: ROLF STEININGER / SABINE PITSCHEIDER, Tirol und Vorarlberg in der NS-Zeit, Innsbruck-Wien-München-Bozen 2002 (= Innsbrucker Forschungen zur Zeitgeschichte 19), 281-297, hier 288-293. blieb der Landhauserweiterungsbau der größte und wichtigste öffentliche Bau während der NS-Zeit in der Gauhauptstadt. Die Konzentration auf den Wohnbau für Südtiroler OptantInnen und der Krieg ließen keine weiteren NS-Repräsentationsbauten im öffentlichen Raum mehr zu. Die „Innsbrucker Nachrichten” berichteten über das Siegerprojekt:

„Ein Blick auf den Entwurf zeigt die vornehme, ruhige und doch großzügige Gestaltung des Erweiterungsbaues, der, obwohl reiner Zweckbau, sich doch städtebaulich als sehr vorteilhaft in die Umgebung eingliedern wird. Dem Fachurteil der Jury über diesen Entwurf entnehmen wir nur folgende, wesentliche Sätze:

‚Der Bau als solcher und seine Gestaltung ist grundlegend nur als Zweckbau vorgesehen und hat sich einzig und allein in die bestehende Grundrißbildung des Regierungsgebäudeblocks als abschließende Verbauung gegen die noch derzeit offen stehende südliche Baulücke einzupassen, um im Zentrum der Stadt einen in sich abgeschlossenen Verwaltungsblock zu erstellen.

Bei der Anlage der Projektgrundrisse hielten sich die Verfasser des ersten Preises in großen Zügen an die zur Verfügung gestellten Grundlagen. (…) Der Portalaufbau als Mitteldominante des 85 Meter langen Südflügels zeigt als Haupteingang und Mittelachse des langgestreckten Gebäudes eine nach oben strebende repräsentative, vornehme klassische Ausgestaltung.’”IN v. 13.08.1938, 6.

Der erste Spatenstich durch Gauleiter Franz Hofer am 10. September 1938.

Die architektonische Selbstinszenierung des Nationalsozialismus, die sich auf monumentale Bauformen unterschiedlicher Herrschaftsarchitekturen stützte, kann am Beispiel des Gauhauses, das als Zweckbau konzipiert war, folgendermaßen charakterisiert werden:

„Der fünfgeschossige Bau mit sachlich gehaltener Fassade gewinnt seine Monumentalität besonders durch die Gestaltung des Eingangsportals, das in der Verwendung klassischer Säulenelemente Ähnlichkeiten etwa mit der zur selben Zeit fertiggestellten Reichskanzlei in Berlin aufweist. Der Eingangs- und Stiegenhausbereich erfährt als überhöhter, vorspringender Kubus mit überdimensionierten neoklassizistischen Säulen eine Steigerung ins pompös Monumentale.”BERNHARD NATTER, Herrschaftsbau und Platz für Denkmäler, in: Bozen Innsbruck. Zeitgeschichtliche Stadtrundgänge, hrsg. v. GABRIELE RATH, ANDREA SOMMERAUER und MARTHA VERDORFER, Wien-Bozen 2000, 80-84, hier 81.

Der erste Spatenstich, den Gauleiter Franz Hofer am 10. September 1938 vornahm, wurde dementsprechend propagandistisch ausgeschlachtet. Der tatsächliche Baubeginn erfolgte bereits am 15. Oktober 1938:

 „Es ist anders geworden – Ereignisreicher Tag für den Gau Tirol

Messe, Landesschießen und Spatenstich unter dem Symbol des Hakenkreuzes

Am Samstag trafen in der Gauhauptstadt drei Ereignisse von besonderer Bedeutung für den Gau Tirol zusammen: die Eröffnung der 16. Innsbrucker Herbstmesse, die Eröffnung des Tiroler Landesschießens und der erste Spatenstich zum Erweiterungsbau des Landhauses.  Es sind schon viele Messen eröffnet und noch mehr große und kleine Schützenfeste eingeleitet worden, und doch war es heuer so ganz anders als in früheren Jahren. Damit, daß das äußere Bild nicht mehr von uniformiertem Traditionsschwindel beherrscht wurde, sondern vom Ehrenkleid Adolf Hitlers, ist der grundlegende Unterschied gegen frühere Zeiten zwar äußerlich gekennzeichnet; in seiner tieferen Bedeutung kann man ihn indes erst erfassen, wenn man sich vergegenwärtigt, was die letzten Jahre der Systemherrschaft aus diesen Anlässen gemacht haben. Auf der Seite der sogenannten ‚Führung’ ein Schwulst von Phrasen, ein krampfhaftes Aufdonnern von Nichtigkeiten, um die Hohlheit und Haltlosigkeit eines widernatürlichen Systems zu verdecken; auf Seite des Volkes ein gleichgültiges oder unwilliges Mitgehen unter dem Zwang, zum bösen Spiel gute Miene zu machen, und schlecht verhehlte Interesselosigkeit, wenn nicht offene Ablehnung, die sich in eiskalter Teilnahmslosigkeit zu erkennen gab. (…)

Der Bau des Gauhauses

Und wenn endlich der Hoheitsträger des Gaues den ersten Spatenstich tut, und die Kolonnen der Arbeitskameraden ihm folgen, um einen Bau auszuführen, der der politische Mittelpunkt des Gaues werden soll, so wird dies nicht die Arbeitsstätte verkalkter Bürokraten sein, sondern das Lebenszentrum nationalsozialistischer Tatkraft, die den nie erlahmenden Rhythmus ihrer dem Führer und dem Volke verantwortlichen Arbeit ausstrahlt bis in den hintersten Talwinkel des Gaues. In diesem Licht zeigen die drei Ereignisse ihr wahres Gesicht, das in eine bessere Zukunft der Heimat und in eine Zukunft der Größe des deutschen Volkes weist.”IN v. 12.9.1938, 5.

Die Baufläche hinter dem Taxis-Palais wurde eingeebnet und das alte Fuggerhaus am Bozner Platz, das in der Monarchie als Real- und Handelsschule bzw. Handelsakademie gedient hatte, abgerissen,IN v. 28.01.1939, 9; REGINE EGG, Innsbruck – Landhausplatz, Diplomarbeit an der Fakultät für Bauingenieurwesen und Architektur, Innsbruck 1999, 65f. wodurch die Linienführung der Wilhelm-Greil-Straße vom Ferdinandeum zum Stadtwerke-Hochhaus begradigt wurde. Bereits am 6. Mai 1939 konnte die Firstfeier für den „größten Gauhausbau der Ostmark”IN v. 28.01.1939, 9., bei dem durchschnittlich 210 Arbeitskräfte vom ausführenden Bauunternehmen Gebhard Hinteregger beschäftigt waren, abgehalten werden: „Im Sinne der Idee unseres Führers gelte es weiterzuarbeiten, das Arbeitstempo noch mehr zu steigern und mitzuhelfen, Werte zu schaffen, die es dem Führer ermöglichen, der ganzen Welt zu trotzen. Dem ersten Baumeister des Reiches, Adolf Hitler, galt das Sieg-Heil!, in das die Arbeitskameraden begeistert ausbrachen.”IN v. 8.05.1939, 3. Siehe auch den Propagandabericht in IN v. 17.05.1939, 4.

Die Architektur des neuen Landhauses ist stark an die Berliner Reichskanzlei angelehnt, die zur selben Zeit gebaut wurde. Gerade der vorstehende, 22,5m hohe Würfel des Portalaufbaus an der Südfassade mit seinen neoklassizistischen Kolossalsäulen, dessen monumentale Wirkung verstärkt wird durch den dreiseitigen Stufenaufgang und durch die konkav geschwungene Südfassade, repräsentiert in typischer Form die starr symmetrische Herrschaftsarchitektur, die von den Nazis bei ihren Monumentalbauten verwendet wurde. Das Individuum sollte sich angesichts des den Nationalsozialismus repräsentierenden riesigen Bauwerkes klein vorkommen. Gleichzeitig sollte das Massenerlebnis bei Großaufmärschen auf überdimensionierten Plätzen zu einem Ekstaseeffekt führen. Denn, so die „Innsbrucker Nachrichten” am 28. Jänner 1939: „Die Idee des Nationalsozialismus verkörpert sich ja (…) an erster Stelle in seinen Bauten.”

Beim Bau des Gauhauses wurde die Fuggergasse so verbreitert, dass ein kleiner Aufmarschplatz vor dem neuen Gebäude entstand. Da die endgültige Gestaltung des Vorplatzes des Gauhauses aber für die Zeit des Krieges aufgeschoben werden musste, blieb das Areal von der Fuggergasse und der Welsergasse gequert. Es war infolge der Aufschiebung weiterführender Baupläne „in einem völlig ungeordneten Zustand belassen” worden.Ebd., Antrag der Landesbaudirektion o.D. (22.02.1946). Tiroler Landesarchiv (TLA), Amt der Tiroler Landesregierung (ATLR), Abt. VId, Zl. 523/714 ex 1950.

Das fertig gestellte Gauhaus 1939.

Während der Bombenangriffe auf Innsbruck wurde der Großteil der in der Fugger- und Welsergasse befindlichen Häuser beschädigt. Die monumentale Wirkung des Gauhauses ergab sich erst durch den Bau des Befreiungsdenkmals nach 1945 am Standort des Ansitzes HaidenburgSiehe dazu EGGER, Der Landhausplatz, S. 122f., als dieser ebenso wie die Gärten und Stadtvillen der Fugger- und Welsergasse, die heute nur noch als Bruchstücke beim Durchgang zur Maria-Theresien-Straße erhalten sind, abgetragen wurden. 

Die Geschichte des Neuen Landhauses als ehemaliges Gauhaus erschließt sich den ArbeitnehmerInnen, BesucherInnen und PassantInnen nicht, da keine Tafel mit Erläuterungstext an die Ursprünge erinnert.

Als Restbestand aus der NS-Zeit findet sich an der Ostfront der Tiroler Adler neben dem Wappen des Landes Vorarlberg. Dass die Montforter Fahne auf einem Gebäude aufscheint, in dem heute die Tiroler Landesregierung ihren Sitz hat, ist damit zu erklären, dass während der NS-Herrschaft Vorarlberg mit Tirol zum Gau Tirol-Vorarlberg zwangsvereinigt worden war. Im leeren Feld zwischen dem Tiroler Adler und dem Vorarlberger Wappen befand sich der deutsche Reichsadler mit Hakenkreuz, der 1945 entfernt worden ist. 

Die Entstehung des Landhausplatzes
im Zuge der Errichtung des Befreiungsdenkmals

1945 fasste der Chef der französischen Militärregierung, Pierre Voizard, den Plan der Errichtung eines Denkmals, das an die österreichischen WiderstandskämpferInnen und die gefallenen alliierten Soldaten erinnern sollte. Da die Stadt Innsbruck die teils bombenzerstörten Häuser vor dem Neuen Landhaus räumen und einen freien Platz anlegen wollte, welcher der Verkehrserleichterung dienen und Parkplätze schaffen sollte, regte Voizard diesen Platz als Aufstellungsort für das Denkmal an.MARIE-EMILE BÉTHOUART, Die Schlacht um Österreich, Wien 1967, 60f.; vgl. dazu Bulletin d’Information et de Documentation, Nr. 2-3, Februar-Mai 1948, abgedruckt in: IVO GREITER, 10 Jahre Französisches Honorarkonsulat in Innsbruck. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit als tägliche Herausforderung, Bozen 2004, 134f. Der Bebauungsvorschlag von Major Jean Pascaud, dem Architekten der französischen Militärregierung, sah das Denkmal in der Mitte einer Parkanlage vor, die den ganzen Platz bis zur Salurner Straße einnahm. Die Öffnung zum Taxispalais war als Durchgang vorgesehen. Dafür, so die Baudirektion, wurde „dem Bedürfnis nach einem außerhalb des Verkehrs liegenden, öffentlichen Platz Rechnung getragen und der Raum zwischen dem neuen Landhaus und der Salurnerstraße in einen Straßenplatz und eine Parkanlage unterteilt. (…) Mitbestimmend für diese Lösung war, das schöne alte Taxis Palais gegen den weniger geglückten Bau des neuen Landhauses abzuschließen.” Die Pflanzung von Baumreihen wurde am Rande gegen die Wilhelm-Greil-Straße und Salurner Straße vorgenommen. Die Gartenfelder zwischen den Wegen erhielten Rasen, Blumenbeete und niedere Strauchpflanzungen.Landesbaudirektor an Major Labarrière, 22.01.1947. Tiroler Landesarchiv (TLA), Amt der Tiroler Landesregierung (ATLR), Abt. VId, Zl. 523/714 ex 1950. Auch die südlich der Welsergasse bis zur Salurner Straße gelegenen Gebäude mussten noch erworben und abgerissen werden.Ebd.

Nach der Fertigstellung des Landhausplatzes im Zuge des Baues des Befreiungsdenkmals war noch betont worden, dass er „mit grünen Rasenflächen und rotem Kies ein schönes Panorama mit der Nordkette im Hintergrund” abgebe. Mit zunehmender Motorisierung und aufgrund des durch den Abbruch des Gebäudes der „Alten Post” (Maria-Theresien-Straße 47) entstandenen Freiraums war das Areal zwischen Landhaus und Denkmal als Parkplatz genutzt worden, der 1985 aufgrund der Errichtung der Tiefgarage mit einem neuen Natursteinbelag aus einer rot-weiß-(grau)roten Pflasterung mit Porphyr- und Granitplatten ausgestattet wurde. Im selben Jahr war auch der erste Bau des Sporthauses „Okay” fertig gestellt worden, der den Freiraum zur Maria-Theresien-Straße wieder schloss. Durch diese beiden Veränderungen entstand zwischen Landhaus und Befreiungsdenkmal jene Veranstaltungsfläche, wie sie sich bis 2010 präsentierte. Die Verbannung aller Fahrzeuge vom Landhausplatz betraf auch die Zufahrtsstraße von der Salurner Straße entlang des 1949 und 1957 errichteten TIWAG-Gebäudes, die für den Autoverkehr und als PKW-Abstellfläche gesperrt wurde und seitdem den FußgängerInnen vorbehalten ist.EGG, Innsbruck – Landhausplatz, 6f.; EGGER, Landhausplatz, 192f. Diese Veränderungen Mitte der 1980er Jahre erfuhren aber öffentliche Kritik, da über die Eintönigkeit des Areals geklagt und die Frage aufgeworfen wurde, „ob man das Zubetonieren eines Platzes überhaupt als architektonische Gestaltung betrachten kann.”Tiroler Tageszeitung (TT; Beilage „Innsbruck aktuell”) v. 06.05.1986, 1, zit. nach EGGER, Landhausplatz, 192. Die großformatige Pflasterung, die im Vergleich zur Breite des Platzes übergroße Nord-Süd Ausdehnung und die Tiefgarage mit ihrer Einfahrt in der Mitte des Platzes verstärkten die Eintönigkeit des Platzes, der 1994 in Eduard-Wallnöfer-Platz umbenannt wurde. Die Parkanlage im Süden des Platzes, der wiederholt als „Betonwüste” kritisiert wurde, wurde von der Bevölkerung nicht angenommen und blieb weitgehend ungenutzt.

So war über Jahrzehnte ein Unort entstanden, der weder beliebt noch belebt war, der weder seiner Funktion als Erinnerungsort noch seiner Funktion als Erholungsraum gerecht werden konnte. So verwundert es nicht, dass Architekten für eine Neugestaltung des Eduard-Wallnöfer-Platzes entweder einen Abriss des Gauhauses oder des Befreiungsdenkmals in die öffentliche Diskussion einbrachten. Rainer Köberl hielt 2005 fest: „Ohne das Landhaus abzureißen, bleibt es ewig das finstere Gesicht aus finsterer Zeit auf einem Platz, der endlich aus seinem Nicht-Platz-Dasein erlöst werden sollte.”TT v. 19.05.2005, 16. Michael Prachensky sprach sich für das „Entfernen des häßlichen Siegesdenkmales der Franzosen” aus und schlug vor, dem ehemaligen Gauhaus eine Glasfassade vorzusetzen.http://www.prachensky.com/michael/projekte/Oeffentliche_Bauten_Sport_Klinik_Uni/landhausplatz-neu.php (Zugriff am 8.8.2011).

Der neu gestaltete Eduard-Wallnöfer-Platz

2007 unternahm die Tiroler Landesregierung erste konkrete Schritte für eine Neuplanung, die schließlich unter Landesrat Christian Switak in die entscheidende Umsetzungsphase gelangte. Im Herbst 2008 wurde ein baukünstlerischer Wettbewerb zur Neugestaltung des Eduard-Wallnöfer-Platzes ausgelobt, aus dem als Sieger die ARGE LAAC/Stiefel Kramer/Grüner hervorging. Sie schuf eine urbane Bodenplastik, die sich als „Topographie sanfter Hügel” über den Platz erstreckt, ihn bewegt und eine neuartige Landschaft kreiert, die einen spannenden Gegensatz zur Umgebung bildet.

Am Befreiungsdenkmal wurde eine künstlerische Intervention vorgenommen, ohne es in seiner zeitgebundenen Entstehung unkenntlich zu machen. Durch die Einbeziehung des Sockelbereichs in die Bodenplastik fielen mehrere Stufen weg. Diese Niveauveränderungen milderten den imperialen Charakter des Befreiungsdenkmals.

Der 2007 neu gestaltete Eduard-Wallnöfer-Platz.

Eine Umgruppierung der Mahn- und Denkmäler stärkte die Funktion des Eduard-Wallnöfer-Platzes als Erinnerungslandschaft, während er gleichzeitig auch als Ort der Begegnung gewann. Das Pogromdenkmal wurde vom südlichen Ende des Platzes stärker ins Zentrum gerückt und wahrnehmbarer gemacht, sodass ein stimmiger Sinnzusammenhang der auf den Nationalsozialismus Bezug nehmenden Erinnerungslandschaft hergestellt wurde. Täterbau, Widerstandsdenkmal und Opfermahnmal stehen nun in einem erkennbaren Spannungsverhältnis zueinander. Der Blick auf diese Vergangenheit wurde geschärft.  Der Eduard-Wallnöfer-Platz präsentiert sich nun als eigenständiger urbaner Raum, welcher der Monotonie seiner Umgebung ein kühnes, großstädtisches Flair verleiht, Jung und Alt zum Schauen, zum Sport und Verweilen einlädt. Darüber hinaus ist ein verdichteter Erinnerungsraum entstanden, der die NS-Vergangenheit und seine Rezeption sichtbarer macht und als Lernort zur Verfügung steht, der zunehmend von Schulklassen genutzt wird. 

https://www.eduard-wallnoefer-platz.at/landhaus/landhaus-und-landhausplatz-eduardwallnoferplatz-in-innsbruck-
Abgerufen am: 14.12.2018